
Um etwa 10 Uhr des 12. Augusts erreichten Livio und Patrick keuchend und mit etwas Hoehenkopfschmerzen den 6075 Meter hohen Gipfel des Nevado Chachani. Ein Riesenerlebnis fuer den erfahrenen Bergsteiger Livio sowie das Greenhorn Patrick (der wie Livio behauptet sein Comeback gab, nach ihm war es allerdings eher ein One-"Mountain"-Stand). Mit einem Gipfelschnaps (Havana Club, von Livio aus Cuba mitgebracht) und einem Gipfelschnupf (Mc Chrystals) wurde die 6000 Meter standesgemaess eingeweiht. Nun haben wir uns einen Ruhetag in Arequipa, Peru verdient und nutzen ihn aus, wieder mal einen Bericht zu schreiben.
Ja, was hat sich getan seit dem letzten Bericht? Wir haben uns zuerst mal von unseren Magenbeschwerden erholt, dann gings nach La Paz (eine unglaublich spektakulaer gelegene, unglaublich chaotische, einfach unglaubliche Stadt). Nach La Paz fuhren wir mit einem Bike die gefahrlichste Strasse der Welt herunter (die Landschaft ist unglaublich schoen, aber gefahrlich ist die Strasse nicht wirklich). Dann gabs einige ruhige Tage in Coroico, um uns von all den Staedten, die wir in Bolivien besucht haben, zu erholen und uns auf die 20 Stunden Holperpistenhorrorbusfahrt, die uns auf dem Weg in den Dschungel bevorstadt, vorzubereiten. Es war wirklich ein Horrortrip. Ausserdem hielt der Bus irgendwann am Abend in einer Stadt an. Eine halbe Stunde Pause, hiess es. Wir kauften uns was kleines zu essen, und bemerkten dann, dass unser Bus nach einer Viertelstunde mit unserem Gepaeck einfach losfuhr. Wir waren eine Gruppe von etwa 15 Leuten, die nun da standen und warteten. Jaja, der wird sicher wieder zurueckkehren. Und wir warteten und warteten. Und wir warteten eine Stunde. Und langsam wurde uns unwohl und wir warteten. Und nach etwa 2 Stunden kam der Bus zurueck. Er hatte einen kleinen Defekt, den er beheben musste. Willkommen in Bolivien. Und dann gings weiter mit holper di polper und rumpel di pumpel und holper und rumpel und schuettel und ruettel...
Am Morgen des ersten Augusts kamen wir dann endlich im Dschungel, Rurrenabaque an. Am Abend feierten wir diesen aeusserst wichtigen Tag mit einigen Pisco Sours und einem Riesenfeuerwerk (wir hatten irgenwann zuvor an einem Markt zwei Raketen gekauft).

Am naechsten Tag gings auf einen Pampatrip, wo wir Krokodile, Aeffchen, Kobras, Alligatoren, jede Menge Voegel, Riesenmehrschweine (habe den Namen vergessen), Anacondas, Affen, Delfine, und viel zu viele Moskitos sahen. Natuerlich gabs in den Pampas auch Partys. Das sind jedoch laengere Geschichten.
Voellig verstochen reisten wir nach dem Pampastrip wieder nach La Paz. Mit dem Flugzeug. Fuer die ueber 20 Stunden Busfahrt benoetigten wir gerade mal eine knappe Stunde fuer die 4000 Hoehenmeter. Praktisch.

Am selben Tag gings weiter nach Copacabana am Titicacasee, das wegen eines Volksfestes voellig mit Leuten ueberschwaemmt und voellig ueberteuert war. Weil uns zusaetzlich die Bolivianos ausgingen und es keine Geldautomaten in Copacabana gibt, beschlossen wir, schon am naechsten Tag nach Puno, auch am Titicacasee gelgen, aber in Peru, weiterzureisen. Der Titicacasee ist uebrigens ein wunderschoener See, ich habe mich in das tiefe Blau sofort verliebt. Er liegt auf etwa 3800 Meter und ist somit der der hoechstgelegene beschiffbare See der Welt. Ausserdem ist er etwa 10 mal so gross wie der Bodensee. Von Puno aus unternahmen wir einen Zweitagesausflug, zuerst auf die schwimmenden Inseln (kuenstliche Inseln aus Schilf hergestellt) die zwar ganz faszinierend und raffiniert sind, aber nur noch fuer die Touristen existieren. Dann gings weiter zu einer realen Insel, wo wir einer Familie zuegeordnet wurden und in einheimischen Verhaelnissen (extrem einfach, ohne Strom, ohne fliessend Wasser) eine Nacht lang lebten. Am Abend wurden wir in Ponchos eingekleidet und wurden an ein kleines Fest gefuehrt:

So, und nun sind wir wie gesagt in Arequipa und erholen uns von den Strapazen des Nevado Chachani und bereiten uns auf neue Erlebnisse vor, die wir euch natuerlich im naechsten Beitrag nicht vorenthalten werden. Hasta luego...