so... die haelfte meiner kuba-zeit ist vorbei! zeit fuer einen zweiten bericht.
der erste schock ist gut ueberwunden und ich habe mich an die hiesigen verhaeltnisse gewoehnt. mit der sprache klappts immer besser und gewisse dinge kommen mir gar nicht mehr so abnormal vor:)
vor allem an die langsamkeit hier musste ich mich zu beginn doch ein wenig gewoehnen, bzw herunterfahren. aber das geht gut. ich laufe langsamer, esse langsamer, tue alles mit einer gewissen gemaechlichkeit (unter anderem auch sprechen, doch da hats auch andere gruende...:-D) und das geht auch ganz gut so und ist schoen gemuetlich.
trotzdem gehts mir hier oft zu langsam her, bzw nicht zu langsam, sondern zu passiv. der groesste teil der leute hier sind enorm passiv und ohne jegliche eigeninitiative. vielleicht faellt mir das besonders auf, weil ich das letzte halbe jahr in der schweiz doch ziemlich viel eigeninitiative und fleiss aufbringen musste, um auf die aufnahmepruefungen hinzuarbeiten. hier jedoch arbeitet keiner zu viel. wieso auch.. der staatliche einheitslohn ist fix (und ausserdem so niedrig, dass man sich damit nur knapp ueber wasser halten kann) und uebermaessiger fleiss und einsatz wird nicht belohnt. ein taxi-fahrer oder hotel-portier verdient mehr (wegen des trinkgeldes) als andere. wieso soll man noch studieren gehen und sich fuer etwas einsetzen?
ihr seht, dass es gewisse dinge in kuba gibt, die - meiner meinung nach - nicht allzu gut laufen und dass daran der geliebte fideli nicht ganz unschuldig ist. die revolution hat jedoch nicht nur schlechtes gebracht. kuba hat eine sehr gute medizinische versorgung, hohe lebenserwartung und die hoechste alphabetisierungsrate amerikas (ja, hoeher als die usa, das gefaellt ihnen...;-D).
so, ueber das ganze system hier mit seinen vor- und nachteilen und die gespraeche mit den kubanern darueber werde ich jedoch ein anderes mal schreiben....
wenn wir schon gerade bei der alphabetisierungsrate waren... ich kam mal auf der strasse in havanna mit einer primarlehrerin und zwei ihrer schueler ins gespraech. sie wollten mir dann unbedingt ihre schule zeigen, was mich natuerlich auch interessierte. ich wurde vom vizedirektor persoenlich (er nannte sich zumindest so... hier in kuba toenen alle berufsbezeichnungen vielversprechend..) durch alle zimmer gefuehrt, durfte fragen stellen/beanworten, fotos machen.... ein schoenes beispiel der kubanischen offenheit.
auf dem bild auch schoen zu sehen: ethnische vielfalt, schuluniformen, heiterkeit, unkompliziertheit...
letzte woche bin ich dann in den westen kubas gereist. eigentlich wollte ich mit einem kubaner, welchen ich kennen gelernt hatte, in dessen oldtimer nach pinar del rio ("tabakhauptstadt") fahren. doch als ich dann um 8 uhr morgens bei ihm antrabte, erklaerte er mir, dass gerade heute der wagen ausgestiegen sei. ja, ich musste mich also nach einer anderen loesung umsehen. nach einer stunde (kubanisch fast unmoeglich) sass ich dann aber schon in einem bus, der mich nach pinar fuehrte.
ja, pinar ist in einigen dingen schon fortschrittlicher als wir:) schoen zu sehen auf diesem bild auch, dass man in kuba grundsaetzlich einfach ueber die strasse geht. fussgaengerstreifen gibt es sowieso keine. einfach schauen und laufen (auch auf autobahnen oder mitten in havanna...). das ist eigentlich auch kein problem, da in kuba alles schoen langsam geht bzw faehrt. trotzdem jedoch empfiehlt sich immer ein zweiter blick, da die kubaner lieber die hupe als die bremse benutzen...:D
in meiner casa particular in pinar habe ich dann auch bekanntschaft mit diesen schoenen tieren gemacht. quitschfidel kam ich am morgen frisch geduscht aus dem badezimmer (welches ein zimmerchen mit einem wc und einem kuebel wasser war) und entdeckte sie. 3 oder 4 wunderschoene cucarachas inspizierten gerade mein necessaire, meine schuhe und meinen rucksack. ja, da war es mit der morgendlichen idylle vorgei....
von pinar fuhr ich dann schliesslich nach vinales weiter. das ist ein tal und soll vor langer zeit mal ein riesiges hoelensystem gewesen sein, welches dann irgendwann mal eingebrochen ist. uebrig geblieben sind die "stuetzpfeiler". heute werden sie mogoten genannt und bilden zusammen mit der roten, fruchtbaren erde und den gruenen pflanzen ein eine wunderschoene landschaft.
in vinales konnte ich dann einen roller mieten, was super war. ich fuhr einen tag lang im ganzen tal herum, genoss die selbstaendigkeit, ging oft von der hauptstrasse weg und war dann schnell mal in the middle of nowhere..:) an dem ort hier wars mir dann aber ploetzlich nicht mehr so wohl. zwar etwa nur 15 min von vinales entfernt, aber in einem gewirr von ausgetrockneteten schlammpisten. ein gewitter lag in der luft und bei regen waere ich schnell hoffnungslos stecken geblieben. also wollte ich so schnell als moeglich raus, doch fuhr ich (ich hab auf die uhr geschaut) ueber eine stunde im kreis und hatte die orienteierung voellig verloren. menschen und zivilisation waren sowieso nicht zu hoeren und zu sehen und ich dachte mir schon notfall-plaene durch..:-p schliesslich war ich aber ebenso ploetzlich wieder draussen, wie ich hineinkam..:)
von den schlammpisten hatte ich dann genug und versuchte mich als hoehlenforscher. auch das war ein ganz interessantes erlebnis, zumal wir einen guten fuehrer hatten (wir waren eine gruppe von 4 touristen) und er liess uns als richtige abenteurer fuehlen:)
ja, und um mich von den abenteuerlichen strapazen zu erholen, habe ich mir dann einen tag auf der cayo levisa, einer kleinen insel an der nordkueste in der naehe von vinales, gegoennt. auf der gesamten insel waren etwa 15 touristen verteilt auf ueber 3 kilometer strand. dieses foto musste ich also (wie die meisten) mit selbstausloeser machen, da die naechsten leute ein paar hundert meter weit weg waren, herrlich... dann konnten wir auch noch etwa 20 minuten mit dem boot raus zu einem korallenriff fahren, um zu schnorcheln. auch das war unglaublich interessant (das riff war schaetzungsweise zwischen 4 und 8 meter tief) und man war also ganz nah dran:)... aber nach einem liter geschluckten salzwasser hatte ich dann auch genug. es war ein schoener tag, doch bin ich definitiv weder wasserratte noch strandlieger...:D
ja, nun bin ich zurueck in havanna. waehrend meiner ganzen zeit hier habe ich immer wieder ganz laessige leute (touristen und einheimische) kennen gelernt. gerade wenn ich alleine reise, ist es immer wieder schoen, erlebnisse und tipps mit anderen auszutauschen, zu plaudern, etc...

auch bin ich in havanna (endlich) mit den mir gebuehrenden ehren von der richtigen person empfangen worden (ihr duerft drei mal raten, wer mir gegenuebersitzt..)...

...und habe sogleich auch meinen mir gebuehrenden platz hier erhalten.
ja, nun bin ich zurueck in havanna. waehrend meiner ganzen zeit hier habe ich immer wieder ganz laessige leute (touristen und einheimische) kennen gelernt. gerade wenn ich alleine reise, ist es immer wieder schoen, erlebnisse und tipps mit anderen auszutauschen, zu plaudern, etc...
auch bin ich in havanna (endlich) mit den mir gebuehrenden ehren von der richtigen person empfangen worden (ihr duerft drei mal raten, wer mir gegenuebersitzt..)...
...und habe sogleich auch meinen mir gebuehrenden platz hier erhalten.
nun, wie gehts weiter.. am dienstag werde ich zu einem laengern trip in den osten kubas auf brechen. geplant habe ich (wobei ich hier in kuba eigentlich aufgehoert habe, allzu grosse plaene zu machen, weil es immer anders kommt) cienfuegos, trinidad, sierra maestra (kubanischer himalaya), santiago und baracoa...
so, gratuliere allen, die es bis hierhin geschafft haben! freue mich natuerlich weiterhin ueber news aus der schweiz oder von wo auch immer und hoffe, euch gehts allen gut. saludos y hasta pronto, livio
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