Sonntag, 8. Juli 2007

novedades de cuba 4

"revolutionaere gehen nie in pension!", hat er mal gesagt, der liebe fidel. aber auch revolutionaere sterben irgendwann mal...


hola amigos

mittlerweile bin ich schon im winterlichen santiago de chile angekommen, patrick hats ebenfalls geschafft. wir koennen bei ruth, einer kollegin von uns, leben. ein paar tage auspannen und morgen gehts los richtung norden...

dennoch zwickt es mich in den fingern, nochmals ueber cuba zu schreiben. ueber das land, von dem man so viel hoert, das land mit den grossen namen wie fidel, che, raul & co, das land der revolution, das land der musik, der straende, ... gleich mal vorne weg: ich kann es jedem empfehlen, dieses spannende und interessante, wenn auch nicht einfache land einmal zu bereisen! mir hats gefallen:)

die grosse frage ist natuerlich innerhalb wie ausserhalb cubas: was passiert nach fidel? ich habe mit vielen cubanern darueber gesprochen und ganz unterschiedliche meinungen gehoert. einigkeit herrscht darueber, dass - solange er noch lebt und dazu faehig ist - fidels bruder raul die geschaefte weiterfuehrt. aber ueber das, was danach passiert, herrscht uneinigkeit. viele leute sagten mir , dass es so weitergehen wuerde wie bis anhin, dass das land seinen eigenen weg habe und diesen weitergehen wuerde. auch zur momentanen situation und zu fidel aeussern sich viele menschen nur sehr zurueckhaltend (aus angst oder auch nationalstolz) mit standard-propaganda-saetzen wie "fidel hat auch viel gutes geschaffen" oder "jedes land hat probleme"...


cuba befindet sich jedoch nicht in einer sehr guten wirtschaftlichen situation. nur die aelteren leute haben noch den vergleich mit der (schlimmen) zeit vor fidel (militaer-dikatur) und sind fidel fuer die verbesserungen dankbar (schulwesen, medizinische versorgung, alphabetisierung, anschluss an elektrizitaet, ...). die juengeren leute haben diesen vergleich jedoch nicht. hier entsteht der vergleich nur mit den touristen, die sich "ja alles leisten koennen"... dies gibt natuerlich konfliktpotential. viele leute in cuba sind wirklich arm und koennen nur dank geldern von verwandten in miami (es leben dort ueber 200'000 von fidel vertriebenen exilcubaner, die den groessten teil miamis ausmachen) ueberleben.
wenn diese nach fidels tod zurueckkehren wuerden, um ihre verstaatlichten besitztuemer zurueckzuverlangen, duerfte das nicht allzu reibungslos von statten gehen. ob sie zurueckkehren, ist ungewiss, da die lebensbedingungen in miami sicher besser sind..
es muss aber etwas passieren in diesem land. ein student meinte mal duester zu mir, dass in cuba veraenderungen immer nur durch krieg moeglich waren.. vielleicht gehts auch ueber reformen.
ich weiss es nicht. gerade die unglaubliche passivitaet und langsamkeit der cubaner macht es mir schwer zu glauben, dass diese leute eine weitere revolution zu stande bringen koennten..:D

ja, neben vielen schoenen sachen in cuba gabs auch dinge, von denen ich genug hatte. im land des sozialismus dreht sich alles ums geld, es wird auch immer gebettelt. zudem wollen dich viele irgendwie uebers ohr hauen. eigentlich schade, man wird sehr misstrauisch allen cubanern gegenueber...
zum schluss aber endlich einmal das, worueber ich schon immer schreiben wollte, ueber das, was so schoen ist an cuba: die musik!
alle cubaner sind musiker. sie leben die musik. an jeder strassenecke singen, trommeln, spielen ein paar zusammen. von kleinen kindern bis alten leuten. viele tanzen. hemmungslos, voller freude, ansteckend, ...
in der familie in havanna, in welcher ich wohnte, sassen sie im schaukelstuhl, das baby im schoss und klatschten ihm einen rhythmus auf die windeln... ja, was soll man da noch sagen. die kinder kriegen die musik schon in die wiege mit, haben sie im blut. das ist cuba!

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